Ingolstadt Zeittafel

806

In der Reichsteilungsurkunde Karls des Großen wird die villa Ingoldesstat unter den kaiserlichen Besitzungen aufgeführt (älteste urkundliche Überlieferung des Namens Ingolstadt)

841

Ludwig der Deutsche schenkt die villa Ingoldesstat seinem Kanzler Gozbald, dem Abt von Niederaltaich, der die Schenkung an sein Kloster weitergibt

1234

Einweihung der romanischen St.-Moritz-Kirche, von der Bauteile im heutigen Kirchenbau noch erhalten sind

ca. 1250

Stadtwerdung; Bau des Herzogskastens und der rechteckigen Stadtumwallung

1275

Vor dem nördlichen Stadttor entstehen ein Minoritenkonvent (Franziskanerkloster) und zwei Seelhäuser für Frauen (später Franziskanerinnenkloster St. Johann im Gnadenthal)

1312

Ludwig der Bayer bestätigt die Stadtrechte und gewährt in den folgenden Jahren weitere Privilegien

1319

Ludwig der Bayer stiftet das Heilig-Geist-Spital

1363

Stadterweiterung; Heranführung des Hauptarmes der Donau an die Stadt; Bau der ringförmigen Stadtmauer (bis ca. 1430)

1392

Die Söhne Stephans mit der Hafte teilen die Bayerischen Lande unter sich; es entsteht das Herzogtum Bayern-Ingolstadt; die Stadt wird Residenz

Regierende Herzöge:

  • Stephan der Kneißel (1392 – 1413)
  • Ludwig der Gebartete (1413 – 1447)

1418

Baubeginn des Herzogsschlosses

1425

Grundsteinlegung zum Münster

1434

Baubeginn des Pfründnerhauses, der späteren Hohen Schule

1447

Nach dem Aussterben der Ingolstädter Linie fällt Ingolstadt an das Herzogtum Bayern-Landshut

1459

Papst Pius II. (Enea Silvio Piccolomini) genehmigt mit Bulle vom 7. April die Errichtung einer Universität Ingolstadt

1472

Gründung der Hohen Schule durch Ludwig den Reichen, Herzog von Bayern-Landshut

1492

Konrad Celtis, poeta laureatus, hält an der Hohen Schule seine Antrittsrede und verkündet das humanistische Programm

1493

Der Stadtschreiber Andreas Zainer beginnt das Privilegienbuch, dessen Aufzeichnungen mund Miniaturen bis ins 19. Jh. reichen (Stadtarchiv)

1496

Das Georgianum, das von Herzog Georg dem Reichen gestiftete Studienkolleg, wird eröffnet

1510

Dr. Johannes Eck wird an die Hohe Schule berufen

1516

Aventin gründet in der Lilienburse die Sodalitas litteraria Angilostadiensis

1520

Ein Jahr nach der Leipziger Disputation verkündet Dr. Eck in Ingolstadt die päpstliche Bulle „Exsurge Donine“, die Martin Luther den Kirchenbann androht

1539

Baubeginn der Renaissance-Festung

1540

Herausgabe des Astronomicum Caesareum von Peter Apian

1546

Das schmalkaldische und das kaiserliche Heer liegen sich vor Ingolstadt gegenüber

1549

Herzog Wilhelm IV. beruft die ersten Jesuiten (Petrus Canisius) an die hohe Schule

Gründung des Jesuitenkollegs

1554

Die Erstausgabe von Aventins Annales (Bayersiche Chronik) wird in Ingolstadt gedruckt

1566

Herausgabe der Bayerischen Landtafeln von Phíllip Apian

1571

Jakob Sandtner fertigt das kleine Stadtmodell (im Stadtmuseum)

1611

Christoph Scheiner beobachtet in seinem Observatorium auf dem Turm der Hl.-Kreuz-Kirche die Sonnenflecken

1617

Aufführung des Cenodoxus von Jakob Bidermann

1632

Erfolglose Belagerung Ingolstadts durch Gustav Adolf; der bei Rain a. Lech verwundete Marschall Tilly stirbt in der belagerten Stadt

1651

Kurfürst Maximilian stirbt im Herzogschloß

1704

Im Spanischen Erbfolgekrieg besetzen die kaiserlichen Truppen die Stadt; die Bestatzung bleibt bis 1714

1723

Baubeginn der Alten Anatomie mit botanischem Garten (fertiggestellt 1735)

1732

Die Brüder Asam bauen für die Marianische Studentenkongregation einen neuen Versammlungsraum, die spätere Kirche Maria de Victoria (fertiggestellt 1735)

1736

Johann Michael Ficher erbaut die Augustinerkirche (1740 fertiggestellt, 1945 durch Bomben zerstört)

1743

Im Österreichischen Erbfolgekrieg wird die Festung durch Kapitulation den belagernden österreichischen Truppen übergeben; die Stadt bleibt bis 1745 besetzt

1776

Adam Weishaupt gründet die Gesellschaft der Illuminaten

1800

Verlegung der Universität nach Landshut; 1826 gelangt sie von dort nach München

Schleifung der Renaissancefestung

1813

Ausgliederung der Audörfer (Feldkirchen, Mailing, Kothau, Rothenturm, Unsernherrn, Hundszell, Haunwöhr) aus dem Stadtgebiet

1828

Der Bau der klassizistischen Festung beginnt mit der Grundsteinlegung zum Reduit Tilly (Leo von Klenze)

1867

Die Eisenbahnlinie Ingolstadt - München wird in Betrieb genommen; bis 1874 folgen die Linien Nürnberg, Regensburg, Augsburg und Ulm

1881

Mit Rüstungsbetrieben, Geschützgießerei und Munitionsanstalt, zieht die Industrie in Ingolstadt ein

1920

Die Rüstungsbetriebe werden auf Fertigung von Textilmaschinen umgestellt

1935

Bau der Autobahn München  –  Ingolstadt  – Nürnberg

1945

Schwere Zerstörungen durch Luftkrieg

1946

Der klassizistische Festungsgürtel und die Außenforts werden auf Anordnung der amerikanischen Besatzung größtenteils zerstört

1958

Fabrikneubau der Auto Union fertiggestellt

1962

Im Raum um Ingolstadt beginnt der Ausbau eines bayerischen Energiezentrums: 5 Erdölraffinerien, 2 Großkraftwerke, 1 petrochemische Fabrik, 3 Erdölleitungen (Genua-Ingolstadt, Triest-Ingolstadt, Ingolstadt-Karlsruhe)

Eingemeindung von Unsernherrn mit den Ortsteilen Haunwöhr, Hundszell, Rothenturm, Kothau und Niederfeld

1966

Eröffnung des neuen Stadttheaters

1969

Eingemeindung von Friedrichshofen

1972

Eröffnung des Bayerischen Armeemuseums im restaurierten Herzogsschloß

1972

Eingliederung der Gemeinden Brunnenreuth, Dünzlau, Etting, Gerolfing, Hagau, Irgertsheim, Mailing, Mühlhausen, Oberhaunstadt, Pettenhofen und Zuchering im Zuge der bayerischen Gebietsreform

(Einwohnerzahl nach dem Stand vom 1. 7. 1973: 90299)

1973

Eröffnung des Deutschen Medizinhistorischen Museums in der restaurierten Anatomie