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Heilpraktikererlaubnis; Beantragung

Zur Ausübung der Heilkunde ohne ärztliche Berufserlaubnis oder Approbation bedarf es einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.

Beschreibung

Zur Ausübung der Heilkunde ohne ärztliche Berufserlaubnis oder Approbation bedarf es einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Hierfür sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen.

Die Heilpraktikererlaubnis darf grundsätzlich nicht auf einzelne Gebiete eingeschränkt werden. Eine Ausnahme besteht für das Gebiet der Psychotherapie und für die Gesundheitsfachberufe Physiotherapie, Logopädie und Podologie.

Heilpraktikerwesen

Heilpraktikerwesen


Die nächste Heilpraktiker-Prüfung findet am 13. Oktober 2021 statt.

Hiermit weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass keine Einladung zur Kenntnisüberprüfung erfolgt, wenn nicht alle Unterlagen vollständig und fristgerecht vorliegen.

Wer im Stadtgebiet Ingolstadt berufsmäßig die allgemeine Heilkunde bzw. die sektorale Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie, Physiotherapie oder Podologie ausüben möchte, ohne Arzt oder Psychotherapeut zu sein, bedarf hierzu einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.

Beantragt werden kann:

  • Die allgemeine Heilpraktikererlaubnis
  • Die Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie
  • Die Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie
  • Die Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Podologie

Die Erteilung dieser Heilpraktikererlaubnis setzt die Erfüllung bestimmter Bedingungen des Antragstellers voraus. Diese finden Sie unter “Weitere Informationen zur Kenntnisüberprüfung”.

Termine der Überprüfung durch das Gesundheitsamt

  • am dritten Mittwoch im März (Anmeldung bis 31. Dezember des Vorjahres)
  • am zweiten Mittwoch im Oktober (Anmeldung bis 30. Juni des laufenden Jahres)

Die frühstmögliche Anmeldung kann für eine Überprüfung im März jeweils ab 1. Juli des Vorjahres, für eine Überprüfung im Oktober frühestens ab 1. Januar des selben Jahres erfolgen!

Achtung: Bei großer Nachfrage kann es möglich sein, dass nicht alle Anmeldungen für das jeweilige Überprüfungsverfahren berücksichtigt werden können.

Weitere Informationen zur Kenntnisüberprüfung:

Rechtliche Grundlagen

Es gilt das Heilpraktikergesetz (Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung, BGBl. III 2122-2) samt Durchführungsverordnung (BGBl. III 2122-2-1).

Nach § 1 des Heilpraktikergesetzes bedarf der Erlaubnis, wer "die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will".

Ausübung der Heilkunde ist dabei "jede berufs- oder erwerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird".   

Die Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit zum Vollzug des Gesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz - HeilprG) vom 27. Januar 2010, Az.:32-G8584-2009/1-5 (AllMBl Nr. 2/2010), zuletzt geändert durch die Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit vom 10. September 2012 Az.: 32-G8584.1-2012/22-1 (AllMBl 2012 S.642), enthält unter anderem Hinweise zu:

  • Erfordernis der Erlaubnis
  • Erlaubnisvoraussetzungen
  • Erlaubnisverfahren
  • Kenntnisüberprüfung
  • Kosten des Überprüfungsverfahrens
  • Gutachterausschuss

Voraussetzungen der Erlaubniserteilung

Die Erteilung der Erlaubnis setzt voraus, dass Sie

  • das 25. Lebensjahr vollendet haben,
  • mindestens die Volks- oder Hauptschule erfolgreich abgeschlossen haben (für das Gebiet der Physiotherapie/Podologie ist zudem eine abgeschlossene Ausbildung als Physiotherapeut/Podologe nachzuweisen),
  • die erforderliche Eignung und sittliche Zuverlässigkeit für die Berufsausübung besitzen,
  • die Kenntnisprüfung (wenn erforderlich) durch das Gesundheitsamt bestanden haben.

Die hinreichende Beherrschung der deutschen Sprache ist erforderlich.

Antragstellung und Unterlagen

Dem Gesundheitsamt der Stadt Ingolstadt sind folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Antragsformular (das amtliche Formular des Gesundheitsamtes ist zu verwenden)
  • vollständiger Lebenslauf (hand- oder maschinenschriftlich, tabellarisch oder Fließtext)
  • Personalausweis oder Pass bzw. Geburtsurkunde (einfache Kopie)
  • Hauptschulabschlusszeugnis bzw. gleich- oder höherwertige Bildungsnachweise
  • (beglaubigte Kopie; Ausländische Bildungsnachweise sind nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Übersetzung durch einen staatlich anerkannten Übersetzer einzureichen; Kosten hierfür werden nicht übernommen. Die Vorlage von Nachweisen über den Besuch von Heilpraktikerausbildungseinrichtungen ist nicht erforderlich.)
  • Berufsurkunde als Physiotherapeut/in und Podologe/in
    (Ausländische Qualifikationsnachweise sind nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Übersetzung durch einen staatlich anerkannten Übersetzer einzureichen; Kosten hierfür werden nicht übernommen. Die Vorlage von Nachweisen über den Besuch von Heilpraktikerausbildungseinrichtungen ist erforderlich. Die Urkunde muss im Original oder als beglaubigte Kopie vorgelegt werden.)
  • Führungszeugnis zur Vorlage bei Behörden (Belegart O)
    (Das Führungszeugnis ist beim Bürgeramt der Stadt Ingolstadt oder in Ihrer örtlich zuständigen Gemeinde zu beantragen und wird von dort innerhalb von circa vier Wochen direkt an das Gesundheitsamt geleitet. Bei Antragsstellung darf das Führungszeugnis nicht älter als drei Monate sein; der Beleg über die Beantragung ist dem Gesundheitsamt am Tag der Anmeldung vorzulegen.)
  • Gesundheitszeugnis, wonach Sie in gesundheitlicher, d.h. physischer und psychischer Hinsicht zur ordnungsgemäßen Berufsausübung als Heilpraktiker bzw. Ausübung der Heilkunde beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie geeignet sind.
    (Das Gesundheitszeugnis kann jeder niedergelassene Arzt – Ausnahme Zahnarzt – ausstellen. Es ist das Formblatt des Gesundheitsamtes (siehe Antragsformular) zu verwenden; die Untersuchung darf bei Antragsstellung nicht länger als drei Monate zurückliegen.)
  • Nicht EU-Staatsangehörige haben eine gültige Aufenthalts- wie auch Arbeitserlaubnis nachzuweisen.
    (Ist die/der ausländische Antragstellerin/Antragsteller nicht berechtigt, im Bundesgebiet einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, kann die Erlaubnis versagt werden, da ein berechtigtes Interesse an deren Ausstellung fehlt.)
  • Für die Erlaubniserteilung auf Antrag, muss zusätzlich der Abschluss eines Psychologiestudiums (Diplom- oder Masterstudiengang mit Prüfungsfach „Klinische Psychologie“) für den sektoralen Heilpraktiker auf dem Gebiet der Psychotherapie bzw. ein Zertifikat über 60 erfolgreich absolvierte Unterrichtseinheiten zum sektoralen Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie/Podologie vorgelegt werden.

Bei der Antragstellung müssen Sie außerdem angeben:

  • ob gegen die antragstellende Person ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist
  • ob Sie die allgemeine Heilpraktikererlaubnis oder eine auf die heilkundliche Psychotherapie, Podologie oder Physiotherapie beschränkte Erlaubnis beantragen
  • ob und gegebenenfalls bei welcher Behörde Sie zuvor bereits eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz beantragt haben.
  • Erklärung über die erstmalige Aufnahme der Heilpraktikertätigkeit in Ingolstadt, sofern Sie keinen amtlichen Wohnsitz im Stadtgebiet Ingolstadt haben (einschließlich entsprechender Nachweise, z.B. Mietvertrag über Praxisräume, schriftliche Bestätigung einer bestehenden Praxis über eine Anstellung/Zusammenarbeit nach bestandener Prüfung, etc.)

Termine

Die schriftlichen Überprüfungen werden in Bayern einheitlich durchgeführt, und zwar jeweils:

  • am dritten Mittwoch im März
  • am zweiten Mittwoch im Oktober

Anmeldeschluss

für die Überprüfung im März ist der 31. Dezember des Vorjahres und
für die Überprüfung im Oktober der 30. Juni des laufenden Jahres. 

Aufgrund der großen Nachfrage ist es möglich, dass nicht alle Anmeldungen für das jeweilige Überprüfungsverfahren berücksichtigt werden können!

Zu den mündlichen Überprüfungen wird so zeitnah geladen, wie es bei der jeweiligen Anzahl von Prüflingen möglich ist.

Allgemeine Heilpraktikererlaubnis

Prüfungsverfahren:

Die Überprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil wird vor dem mündlichen Teil durchgeführt. Eine Einladung zum schriftlichen Überprüfungsteil erhalten Sie circa zwei bis vier Wochen vor dem Termin

Der schriftliche Teil der Überprüfung besteht aus 60 Fragen im Antwort-Wahl-Verfahren (Multiple-Choice). Die Bearbeitungszeit beträgt 120 Minuten. Wenn Sie mindestens 45 Fragen (75 Prozent) richtig beantwortet haben, werden Sie zum mündlichen Teil zugelassen.

Die mündlich-praktische Überprüfung dauert pro Person mindestens 30 Minuten. Sie wird unter Vorsitz eines Arztes des Gesundheitsamtes durchgeführt. An ihr wirken in der Regel zwei Angehörige des Heilpraktikerberufes als Beisitzende gutachtlich mit.

Danach entscheidet der Vorsitzende nach Anhörung der Beisitzer, ob die Ausübung der Heilkunde durch Sie „eine Gefahr für die Volksgesundheit“ bedeuten würde. Das Ergebnis wird Ihnen gleich im Anschluss mitgeteilt, im Fall des Nichtbestehens erfahren Sie auch die maßgeblichen Entscheidungsgründe. Sie erhalten einen schriftlichen Bescheid.

Gegenstände der Überprüfung:

  • Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich rechtlicher Grenzen der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde
  • Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden der Heilpraktiker
  • Grundkenntnisse der Anatomie, pathologischen Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie
  • Grundkenntnisse in der allgemeinen Krankheitslehre, Erkennung und Unterscheidung von Volkskrankheiten, insbesondere der Stoffwechselkrankheiten, der Herz-Kreislauf-Krankheiten, der degenerativen und der übertragbaren Krankheiten, der bösartigen Neubildungen sowie schwerwiegender seelischer Krankheiten
  • Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände
  • Technik der Anamneseerhebung; Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung)
  • Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation
  • Injektions- und Punktionstechniken
  • Deutung grundlegender Laborwerte 

Beschränkte Erlaubnis - Psychotherapie

Prüfungsverfahren:

Die Überprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil wird vor dem mündlichen durchgeführt. Eine Einladung zum schriftlichen Überprüfungsteil erhalten Sie circa zwei bis vier Wochen vor dem Termin.

Der schriftliche Teil besteht aus 28 Fragen im Antwort-Wahl-Verfahren (Multiple-Choice). Die Bearbeitungszeit beträgt 60 Minuten. Wenn Sie mindestens 21 Fragen (75 Prozent) richtig beantwortet haben, werden Sie zum mündlichen Teil zugelassen.

Die mündlich-praktische Überprüfung dauert pro Person maximal 45 Minuten. Die Überprüfung wird unter Vorsitz einer Ärztin oder eines Arztes des Gesundheitsamtes durchgeführt. An ihr wirken in der Regel zwei Beisitzer aus dem Kreis der ärztlichen bzw. nichtärztlichen Psychotherapeuten gutachtlich mit. Danach entscheidet der Vorsitzende nach Anhörung der Beisitzer, ob die Ausübung der Heilkunde (beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) durch Sie „eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung“ bedeuten würde. Das Ergebnis wird Ihnen gleich im Anschluss mitgeteilt, im Fall des Nichtbestehens erfahren Sie auch die maßgeblichen Entscheidungsgründe.

Das Ergebnis wird Ihnen im Anschluss mitgeteilt, im Fall des Nichtbestehens erfahren Sie auch die maßgeblichen Entscheidungsgründe. Sie erhalten zeitnah einen schriftlichen Bescheid.

Gegenstände der Überprüfung: 

Wer die eingeschränkte Überprüfung zur erlaubnispflichtigen Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie beantragt, muss, "um nicht die Gesundheit der Bevölkerung zu gefährden, ausreichende Kenntnisse über die Abgrenzung heilkundlicher Tätigkeit, insbesondere im psychotherapeutischen Bereich, gegenüber der den Ärzten und den allgemein als Heilpraktiker tätigen Personen vorbehaltenen heilkundlichen Behandlungen" sowie "auch ausreichende diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf das einschlägige Krankheitsbild" nachweisen und "die Befähigung haben, Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln".

Der Überprüfungskandidat hat danach nachzuweisen, dass er insbesondere in der Lage ist, seelische Krankheiten und Leiden einschließlich Anzeichen, die auf eine Selbsttötungsgefahr hindeuten, sowohl differenzialdiagnostisch wie auch hinsichtlich des Ausmaßes der Ausprägung zu erkennen und diese ferner von körperlichen Krankheiten und Psychosen, deren Primärbehandlung in die Hände entsprechend befugter Therapeuten gehört, zu unterscheiden sowie therapeutisch auf den Befund so zu reagieren, dass Patienten durch die konkrete Behandlung keinen gesundheitlichen Schaden erleiden. In diesem Zusammenhang sind auch Grundkenntnisse im öffentlichen Unterbringungsrecht sowie im Betreuungsrecht erforderlich.

Beschränkte Erlaubnis - auf Antrag

Beschränkte Erlaubnis – Psychotherapie

Neben der beschränkten Erlaubnis für Psychotherapie mit Überprüfungspflicht, gibt es die Möglichkeit der Erlaubniserteilung auf Antrag, ohne Durchführung einer schriftlichen oder mündlich-praktischen Überrüfung.
Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss eines Psychologiestudiums (Diplom oder Master), wobei das Fach “Klinische Psychologie” Bestand der Abschlussprüfung gewesen sein muss.

Beschränkte Erlaubnis – Physiotherapie/Podologie

Physiotherapeuten/Podologen, die die Heilkunde ausschließlich auf dem Gebiet der Physiotherapie/Podologie ausüben wollen, können eine beschränkte Heilpraktikererlaubnis beantragen.


Die Erlaubnis erfolgt ausschließlich auf Antrag, ohne Durchführung einer schriftlichen oder mündlich-praktischen Überprüfung. Voraussetzung für die Erlaubniserteilung ist die Vorlage eines Zertifikates über 60 erfolgreich absolvierte Unterrichtseinheiten zum sektoralen Heilpraktiker für Physiotherapie/Podologie basierend auf dem Curriculum des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e.V., des Verbandes für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) e.V. und des Physiotherapieverbandes (VDB) e.V. (Stand 21.04.2016) und eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Physiotherapeuten/Podologen.

Berufsbezeichnung


Berufsbezeichnungen für Inhaber einer uneingeschränkten Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz

Der/Die Inhaber/in einer uneingeschränkten Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz führt die Berufsbezeichnung “Heilpraktiker/Heilpraktikerin”.

Berufsbezeichnung für Inhaber einer auf das Gebiet der heilkundlichen Psychotherapie beschränkten Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz

Nach § 1 Abs. 1 Psychotherapeutengesetz darf die Bezeichnung “Psychotherapeut” von anderen Personen als Ärzten, Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nicht geführt werden.

Bei einer Ausübung der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz darf die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” somit nicht geführt werden.
Das unbefugte Führen der Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” ist ebenso strafbar wie das Führen von Bezeichnungen, die ihr zum Verwechseln ähnlich sind.

Eine gesetzliche Berufsbezeichnung für Inhaber einer auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkten Heilpraktikererlaubnis besteht nicht. Deshalb fehlt auch die Befugnis, das Führen bestimmter Berufsbezeichnungen behördlicherseits vorzuschreiben oder verbindlich zu empfehlen. Die Entscheidung, welche Berufsbezeichnungen straf- oder wettbewerbsrechtlich relevant sind, ist deshalb allein den Gerichten vorbehalten.
Unbedenklich ist aus Sicht des Gesundheitsamtes jedenfalls die – nicht abzukürzende – Berufsbezeichnung "Heilpraktiker/in, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie", wenn dabei in gleicher Intensität (zum Beispiel gleiches Schriftbild, gleich große Buchstaben) sowohl das Innehaben einer Heilpraktikererlaubnis als auch deren Einschränkung auf das Gebiet der Psychotherapie zum Ausdruck kommt.

Berufsbezeichnung für Inhaber einer auf das Gebiet der heilkundlichen Physiotherapie/Podologie beschränkten Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz

Die “Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Physiotherapie/Podologie” berechtigt nicht dazu, die Berufsbezeichnung Heilpraktiker zu führen. Das unbefugte Führen von Berufsbezeichnungen ist ebenso strafbar wie das Führen von Bezeichnungen, die ihr zum Verwechseln ähnlich sind (§ 132 a Abs. 1 Nr. 2 Var. 5 Abs. 2 StGB).
Als rechtlich unbedenklich kann die Verwendung der Berufsbezeichnung “Heilpraktiker/in, beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie/Podologie” empfohlen werden.

Lösungen zur Heilpraktiker-Kenntnisüberprüfung

Lösungen finden Sie hier.


Kosten / Akteneinsicht / Hinweise

Kosten

Eine Vorauszahlung bei Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Gesamtbetrag wird in Rechnung gestellt, sobald Sie nach erfolgreicher Überprüfung die Erlaubnis erhalten. Ansonsten wird das Verfahren abgeschlossen und die Gebühr entsprechend dem Verfahrensstand ermäßigt. Sie können danach erneut einen Antrag auf die Erlaubnis stellen. Die Zahl der Wiederholungen ist derzeit nicht beschränkt.

Die aktuelle Kostenaufstellung finden Sie hier:

Akteneinsicht

Wenn Sie Akteneinsicht in die Überprüfungsunterlagen nehmen wollen, sollten Sie am besten vorher einen Termin mit dem Gesundheitsamt der Stadt Ingolstadt vereinbaren (Telefon: 0841 305-1448). Die Möglichkeit der Akteneinsicht endet mit Ablauf der Widerspruchsfrist.

Niederlassung im Stadtgebiet Ingolstadt

Die tatsächliche selbständige Berufsausübung bzw. Praxiseröffnung ist dem Gesundheitsamt der Stadt Ingolstadt (Esplanade 29, 85049 Ingolstadt, Telefon 0841 305-1482), spätestens am Tag der Eröffnung bzw. Aufnahme der Tätigkeit zu melden (Art. 12 Abs. 2 GDVG).
Wer der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht vorsätzlich oder fahrlässig nicht nachkommt, handelt ordnungswidrig (Art. 33 Abs. 1 Nr. 3 GDVG). Diese Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 2.500 Euro belegt werden.

Über Abrechnungsmodalitäten wie beispielsweise mit Krankenkassen etc. kann das Gesundheitsamt der Stadt Ingolstadt keine Auskünfte erteilen.

Hinweise

Aufgrund der eingeschränkten Behandlungsfreiheit in der Bundesrepublik Deutschland benötigt jede Person, die nicht Arzt ist und die Heilkunde ausüben will, eine Erlaubnis
(§ 1 Abs. 1 HeilprG).

Unter den Begriff der Ausübung der Heilkunde fällt prinzipiell jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn diese im Dienst von anderen ausgeübt wird (§ 1 Abs. 2 HeilprG).

Hierbei müssen aber nicht alle vorgenannten Begriffsmerkmale erfüllt sein, es genügt teilweise bereits ein einzelnes Faktum, z.B. die Feststellung von Krankheiten; auch ist es nicht von Bedeutung, welche Heilmethodik (Schulmedizin, Naturheilverfahren oder Psychotherapie) angewandt wird.

Der Besuch einer Heilpraktikerschule (außer für Physiotherapeuten/innen und Podologen/innen) ist nicht notwendig. Dem Gesundheitsamt ist es nicht möglich, über die verschiedenen Ausbildungseinrichtungen für Heilpraktiker Auskunft zu geben. Grundsätzlich sind alle diese Schulen rein privater Natur, eine Überwachung hinsichtlich ihrer Lehrpläne, Dozenten, etc. erfolgt nicht.

Der Begriff „sittliche Zuverlässigkeit“ ist im Zusammenhang mit der Berufsausübung zu sehen. Sie stellt eine persönliche Eigenschaft dar, die einen Maßstab für die künftige ordnungsgemäße Berufsausübung bietet. Ob die/der Bewerberin/Bewerber das Fehlen dieser Eigenschaft zu vertreten hat, ist unerheblich. Dies bedeutet, dass nicht nur schwere sittliche oder strafrechtliche Verfehlungen zur Ablehnung führen können, sondern auch leichte Fehler und Verstöße, die für sich alleine zu keiner Unzuverlässigkeit führen würden, bei Häufung aber den Schluss zulassen können, dass die/der Bewerberin/Bewerber nicht die Gewähr für eine künftig ordnungsgemäße Berufsausübung bietet.
Allein das Fehlen strafrechtlicher Verurteilungen beweist nicht die sittliche Zuverlässigkeit. Bei der Antragstellung hat die/der Bewerberin/Bewerber eine Erklärung abzugeben, ob gegen sie/ihn derzeit ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren anhängig ist.

Die Amtssprache ist deutsch (Art. 23 Abs. 1 BayVwVfG). Hieraus und aus der Tatsache, dass das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz wie vorstehen den Nachweis einer „hinreichenden Beherrschung der deutschen Sprache“ als integralen Bestandteil der Überprüfung festgelegt hat, folgt, dass grundsätzlich keinerlei sprachliche Hilfsmittel (Wörterbücher u.ä.) zur Überprüfung zugelassen sind. Dies gilt insbesondere auch für Bewerbe-rinnen/Bewerber mit nichtdeutscher Muttersprache.

Sachlich zuständig für die Erteilung der Heilpraktikererlaubnis sind die unteren Verwaltungsbehörden, hier das Gesundheitsamt der Stadt Ingolstadt (§ 3 Abs. 1 1. DV HeilprG).
Die örtliche Zuständigkeit liegt grundsätzlich bei der Behörde, in deren Bezirk die/der Bewerberin/Bewerber die Heilpraktikertätigkeit erstmals ausüben möchte (Art. 3 Abs. 1 Nr. 2 BayVwVfG). Sie versichern auf dem Antrag, dass der Ort Ihrer erstmaligen Heilpraktikertätigkeit das Stadtgebiet Ingolstadt sein soll. Die einmal erteilte Erlaubnis gilt für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Sie berechtigt grundsätzlich zur Ausübung des Heilpraktikerberufes, eine gesonderte Niederlassungserlaubnis ist nicht notwendig.

Das Heilpraktikergesetz und die hierfür ergangenen Durchführungsverordnungen sind Bundes-recht. Daraus resultierend gelten die Erlaubnisvoraussetzungen grundsätzlich in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Von Bundesland zu Bundesland können aber die geforderten Nachweise, die Kosten und insbesondere auch die Kenntnisüberprüfungen verschieden sein.

Kontakt

Gesundheitsamt Stadt Ingolstadt
Esplanade 29, 85049 Ingolstadt
Telefon: 0841 305-1448
Fax: 0841 305-1469
E-Mail: gesundheitsamt@ingolstadt.de

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Voraussetzungen

Der Antragsteller muss das 25. Lebensjahr vollendet haben und mindestens eine abgeschlossene Volksschulbildung nachweisen können. Weiterhin sind für die Erteilung der Heilpraktikererlaubnis notwendig:

  • Zuverlässigkeit
  • gesundheitliche Berufseignung
  • Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten durch die Gesundheitsverwaltung des zuständigen Landratsamtes oder - sofern kreisfreie Städte ein eigenes Gesundheitsamt haben - durch das Gesundheitsamt der kreisfreien Stadt

Fristen

keine

Erforderliche Unterlagen

Nachweise entsprechend den Voraussetzungen
(z. B. Geburtsurkunde, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles ärztliches Attest, aktuelles behördliches Führungszeugnis, Nachweis über den Schulabschluss)

Kosten

  • Kosten nach dem Kostengesetz für die Entscheidung über den Antrag (150 bis 500 Euro).
  • Zuzüglich Gebühren und Auslagen für die Kenntnisüberprüfung durch das zuständige Gesundheitsamt entsprechend dem Kostenverzeichnis zum Kostengesetz oder der Gebührenordnung der Gesundheitsgebührenverordnung (bis zu 500 Euro)

Rechtsgrundlagen

Rechtsbehelf

Widerspruchsverfahren Verwaltungsgerichtsprozess verwaltungsgerichtliche Klage