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Bautagebuch

Update 02 - Oktober 2021

Bereits Ende 2019 ist im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen zur Sanierung des Georgianums ein bedeutender Fund gemacht worden: Ein kleiner, über Jahrzehnte unbeachteter Raum wurde als Karzer identifiziert, eine Arrestzelle der damaligen Universität. Nach dem derzeitigen Stand ist davon auszugehen, dass der im Georgianum entdeckte Karzer der älteste bekannte in Deutschland ist.

Und immer wieder kommt weitere historische Bausubstanz im Innern des Georgianums ans Tageslicht und neue archäologische Fundstellen tun sich auf. So befindet sich im Erdgeschoss, neben den ehemaligen Räumen des Lions Club, bereits 20 cm unter der Geländeoberkante ein Lehmstampfboden. Die Archäologen vermuten aufgrund von Verziegelungsspuren eine Feuerstelle. Unter diesem Lehmstampfboden wurde ein sogenannter Humushorizont des 15. Jahrhunderts angetroffen. Nebenan gibt es gleich in mehreren Lagen übereinanderliegende Fußböden und eine bis dahin unbekannte Mauerstruktur aus Kalkstein und Ziegelbruch.

In einem weiteren Raum wurde wenige Zentimeter unter der Geländeoberkante ein etwa 1,5 qm großes Ziegeltonnengewölbe entdeckt. Lage und Ziegelformat lassen auf eine brauereizeitliche Entstehung (um 1830) schließen. Dieses Gewölbe deckt einen Brunnen ab, der vor der Bauzeit des Georgianums entstand. Die Wasseroberkante liegt bei minus 3,3 m.

Die Funde werden von den Archäologen mittels Fotografie und Fotogrammetrie dokumentiert. Sollten Befunde auf Bauendtiefe verbleiben, wird eine konservatorische Überdeckung in Absprache mit den Denkmalschutzbehörden notwendig und von den Fachleuten eingebracht.

Holzbalken mit Einritzungen im Karzer
© INKoBau

Holzbalken mit Einritzungen im Karzer

Freilegung eines Gewölbes
© INKoBau

Freilegung eines Gewölbes

Mehrere Lagen historische Fußböden
© INKoBau

Mehrere Lagen historische Fußböden

Ziegeltonnengewölbe über Brunnenschacht
© INKoBau

Ziegeltonnengewölbe über Brunnenschacht

Update 01 - September 2021

Die Sanierungsarbeiten des Georgianums benötigen eine umfangreiche Sicherung der Baustelle. Die Tatsache, dass das Georgianum als Baudenkmal nationaler Bedeutung eingestuft ist und prominent mitten in der Altstadt steht, veranlasste INKoBau zu einer Zusammenarbeit mit dem Ingolstädter Fotografen und Grafiker Marc Köschinger. Der Künstler übernahm die Verschönerung der Umzäunung, um aus einem sonst oftmals schnöden Bauzaun eine eindrucksvolle Dokumentationswand zu gestalten.

Marc Köschinger hat die Räume des Georgianums vor der Sanierung ausgiebig fotografiert. Viele der Fotografien, welche das Stadtmuseum Ingolstadt auch in einem Buch über das Georgianum veröffentlicht hat, sind auf dem mehr als 70 Meter langen Zaun ausdrucksstark in Szene gesetzt. Informative Texte und Fakten zur Geschichte runden das künstlerische Konzept der Dokumentationswand ab.

Das aufkommende allgemeine Interesse und viele positive Rückmeldungen freuen die an der Verschönerung Beteiligten sehr.

Georgianum Goldknopfgasse
© INKoBau

Georgianum Goldknopfgasse

Georgianum Hohe-Schul-Straße
© INKoBau

Georgianum Hohe-Schul-Straße

Georgianum Hohe-Schul-Straße
© INKoBau

Georgianum Hohe-Schul-Straße

Georgianum Hohe-Schul-Straße
© INKoBau

Georgianum Hohe-Schul-Straße