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19.05.2021

Lastenradförderung in Ingolstadt

Der Stadtrat hat 100.000 Euro Fördergelder in seiner letzten Sitzung beschlossen. Sobald der Stadtratsbeschluss nach einer Woche wirksam ist, können die Fördergelder ab Mittwoch, 19. Mai, beantragt werden.


Wocheneinkauf erledigen? Kind zur Kita bringen? Geschäftslogistik umweltfreundlich anbieten oder als Fahrradkurier arbeiten? Etwas für die Gesundheit und die Umwelt tun? Das geht in Ingolstadt auch gut mit einem Lastenrad. Und das ganz ohne Stau, Lärm und mit weniger Emissionen.

Am 1. Januar 2021 startete das Ingolstädter Förderprogramm für Lastenfahrräder.

Das Förderprogramm verfolgt verschiedene Ziele:

  • Senkung der lokalen CO2-Emissionen im Sinne des Klimaschutzes durch eine Minderung des Verbrauchs von fossilen Energieträgern
  • Verringerung der Emissionen von Schadgasen (v. a. Stickstoffoxide) und Feinstäuben im Stadtgebiet
  • Flächendeckende Lärmminderung zum Wohle der Ingolstädter Bürgerinnen und Bürger
  • Entspannung der Verkehrs- und Parkplatzsituation in der Innenstadt

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Neubeschaffung oder das Leasing (Vertragsdauer von 36 Monaten) von ein- oder mehrspurigen, zulassungs- und versicherungsfreien Lastenfahrrädern mit und ohne batterieelektrischer Tretunterstützung (Lastenpedelecs bis 25 km/h), die mindestens eine Gesamt-Zuladung von 125 kg (inkl. Fahrergewicht) ermöglichen und eine Transportfläche als integralen Bestandteil der Rahmenkonstruktion vor oder hinter der Fahrerin bzw. dem Fahrer vorsehen.

Wer ist antragsberechtigt?

  • Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Ingolstadt
  • Gewerbebetriebe und Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Ingolstadt
  • In der Stadt Ingolstadt ansässige freiberuflich tätige Personen
  • Gemeinnützig anerkannte Vereine und Organisationen mit Sitz oder Geschäftsstelle in Ingolstadt
  • Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) mit Grundstück in Ingolstadt

Wie hoch ist die Förderhöhe?

Die Förderhöhe beträgt 25 Prozent der Anschaffungskosten bzw. der Leasingkosten über 36 Monate (ohne Mehrwertsteuer) bis zu einer maximalen Fördersumme von:

  • 750 Euro für Lastenfahrräder
  • 1.000 Euro für Lastenpedelecs

Was ist ein "Öko-Bonus"?

Wenn innerhalb von sechs Monaten vor – spätestens aber drei Monaten nach – der Antragstellung ein mit Benzin oder Dieselkraftstoff betriebenes Fahrzeug vom Antragsteller verschrottet oder verkauft und kein neues Kraftfahrzeug angeschafft wurde (ausgenommen reine E-Autos oder Brennstoffzellenautos), kann für die Beschaffung eines Lastenfahrrads/-pedelecs ein zusätzlicher Öko-Zuschuss in Höhe von einmalig 500 Euro beantragt werden. Dies gilt für Fahrzeuge der EG-Fahrzeugklassen:

  • M1 = Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz
  • N1 = Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen
  • L1e bis L7e = Kleinkrafträder

Wie lange muss ich das Lastenfahrrad nutzen?

Die Besitzdauer aller Lastenfahrräder muss mindestens drei Jahre (36 Monate) betragen. Der Zeitraum beginnt mit der Auszahlung des Förderbetrags. Für Leasingfahrzeuge beginnt die Haltedauer mit dem Beginn der Laufzeit des Leasingvertrags.

Wie viele Lastenfahrräder werden pro Antragsteller gefördert?

Pro Antragsteller können im Förderzeitraum jeweils bis zu drei Fahrzeuge gefördert werden.

Besteht ein Rechtsanspruch auf Förderung?

Nein. Bei diesem Förderprogramm handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt Ingolstadt. Ein Rechtsanspruch auf Bewilligung einer Förderung besteht nicht. Die Zuteilung erfolgt im Rahmen der haushaltsrechtlich zur Verfügung stehenden Mittel. Sofern die zur Verfügung stehenden Mittel ausgebraucht sind, können keine weiteren Fördergelder bewilligt werden.

Bei Nichteinhaltung der Fördervoraussetzungen ist die Antragstellerin/der Antragsteller verpflichtet, geleistete Fördergelder umgehend zurückzuzahlen.

Darf ich das Lastenrad im Förderungszeitraum weiterveräußern?

Nein. Die Weiterveräußerung eines geförderten Lastenfahrrads/-pedelecs ist frühestens drei Jahre nach Auszahlung des Förderbetrags förderunschädlich zulässig.

Für Leasingfahrzeuge beginnt die 3-Jahresfrist mit dem Beginn des Leasingvertrags.

Die Antragstellerin/der Antragsteller verpflichtet sich, eine vorzeitige Veräußerung (vor Ablauf der 3-Jahresfrist) bzw. eine vorzeitige Kündigung des Leasingvertrages im Sinne dieser Regelung der Bewilligungsbehörde zu melden und den Förderbetrag anteilig (nach Monaten) zurückzuzahlen. Eine Einhaltung dieser Verpflichtung kann durch die Förderstelle regelmäßig geprüft werden.

Kann ich für den Kauf oder das Leasing eines Lastenrads mehrere Förderungen beantragen?

Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen. Das bedeutet, dass für das geplante Vorhaben noch keine Förderung nach anderen Förderprogrammen des Bundes bzw. des Freistaats Bayern beantragt bzw. erhalten worden sein darf und auch in Zukunft kein weiterer Antrag auf öffentliche Förderung gestellt werden darf. Das geplante Vorhaben kann auch nur einmal aus Mitteln der Stadt Ingolstadt gefördert werden, d. h. pro Fahrzeug ist nur eine Förderung möglich.

Welche Nachweise muss ich vorlegen?

  • persönliches Angebot über den Kauf / das Leasing eines Lastenfahrrads oder Lastenpedelecs
  • Privatpersonen:
    Kopie des Personalausweises, aus dem hervorgeht, dass der Hauptwohnsitz in Ingolstadt ist
  • Gewerbebetriebe und Unternehmen:
    Kopie eines aktuellen Gewerbescheins oder Handelsregisterauszugs, aus dem hervorgeht, dass der Sitz oder eine Niederlassung in Ingolstadt existiert
  • freiberuflich tätige Personen:
    Nachweis, dass eine Betriebsstätte in Ingolstadt geführt wird (z. B. Mietvertrag, Steuerbescheid)
  • Gemeinnützig anerkannte Vereine oder Organisationen:
    Kopie eines Nachweises der Gemeinnützigkeit
  • Wohnungseigentümergemeinschaften:
    Kopie des bestandskräftigen Beschlusses der WEG zur Beantragung und Durchführung der Maßnahme einschließlich einer entsprechenden Beauftragung der Hausverwaltung (sofern vorhanden), ein aktueller Grundbuchauszug, aus dem hervorgeht, dass das Grundstück der WEG, auf dem die Maßnahme umgesetzt wird, in Ingolstadt gelegen ist sowie eine Bestätigung der Hausverwaltung, dass der Beschluss der WEG nicht angefochten wurde
  • bei Inanspruchnahme des Öko-Bonus zusätzlich:
    Kopie der Abmeldebescheinigung und/oder des Verwertungsnachweises eines Altfahrzeug-Demontagebetriebes oder einer Annahmestelle für Altfahrzeuge

An wen kann ich mich wenden?

Zuständig für die Bewilligung der Förderung ist die Stabsstelle Klima, Biodiversität und Donau in der Mauthstraße 4, 85049 Ingolstadt.

Gerne können Sie sich auch telefonisch (0841 305-2601) oder per Mail (lastenrad@ingolstadt.de) an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden.

Wie läuft das Förderverfahren ab?

Zuerst muss der ausgefüllte Antrag (online abrufbar erst ab 19.5.2021) mit den erforderlichen Nachweisen bei der Stadt Ingolstadt, Stabsstelle Klima, Biodiversität und Donau, Mauthstraße 4, 85049 Ingolstadt, schriftlich oder per E-Mail an lastenrad@ingolstadt.de eingereicht werden.

Nach Prüfung des Antrags, erhalten Sie schriftlich entweder eine Förderzusage oder eine Ablehnung.

Nach Erhalt der Förderzusage muss das Fahrzeug innerhalb von drei Monaten ab Bekanntgabe der Förderzusage entsprechend dem persönlichen Angebot beschafft werden. Danach muss unverzüglich eine Kopie des Kauf- oder Leasingvertrages, inklusive der Kassenquittung des Händlers oder eine Kopie des Kontoauszugs über die erfolgte Bezahlung an die Stabsstelle Klima, Biodiversität und Donau übersendet werden.

Sind alle erforderlichen Unterlagen eingegangen, wird der Zuschussbetrag zur bargeldlosen Auszahlung angewiesen. Bis zum Eingang auf dem Konto kann es bis zu vier Wochen dauern.

Was passiert, wenn ich das Lastenrad schon vor Förderzusage kaufe/lease?

In diesem Fall erhalten Sie keine Förderung! Der Kauf- bzw. Leasingvertrag ist zwingend erst nach Erhalt der Förderzusage abzuschließen. Zum Antrag legen Sie bitte nur ein persönliches Angebot bei.

Wie lange geht das Förderprogramm?

Die Förderrichtlinie Lastenfahrräder tritt am 01.01.2021 in Kraft und am 31.12.2021 außer Kraft.

Sie gilt für alle Anträge, die bis zum 30.09.2021 bei der Förderstelle „Stabsstelle Strategien Biodiversität, Klima und Donau“ eingegangen sind.

Sofern die haushaltsrechtlich zur Verfügung stehenden Mittel aufgebraucht sind, können keine weiteren Fördergelder bewilligt werden.