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Muss ich erst meine Ersparnisse aufbrauchen, bevor ich Grundsicherung bekomme?

Sie müssen Ihr Vermögen in den ersten 6 Monaten des Leistungsbezuges nicht aufbrauchen, wenn Ihr Bewilligungszeitraum in der Zeit vom 1. März 2020 bis einschließlich 31. März 2022 beginnt. Dazu müssen Sie im Antrag angeben, dass Sie über kein erhebliches verwertbares Vermögen verfügen. Ist diese Angabe plausibel, wird sie ohne weitere Prüfung akzeptiert.
Grundsätzlich verwertbares Vermögen sind insbesondere Bargeld, Sparguthaben, Tagesgelder, Wertpapiersparpläne oder Wertpapierdepots. Sie müssen Ihr Vermögen nicht verwerten, wenn die Grenze zum erheblichen Vermögen nicht überschritten wird.

Besitzt das erste Mitglied der Bedarfsgemeinschaft verwertbares Vermögen in Höhe von über 60.000 Euro, besteht kein Anspruch auf Grundsicherung. Für jedes weitere Mitglied gilt eine Höchstgrenze von 30.000 Euro. Das Jobcenter führt in diesem Fall eine Vermögensprüfung für Ihre Bedarfsgemeinschaft insgesamt durch.

Gut zu wissen: Selbstgenutzes Wohneigentum wird in der Regel nicht als erhebliches Vermögen gewertet. Auch Vermögen für die Altersvorsorge (zum Beispiel Kapitallebensversicherungen oder Kapitalrentenversicherungen) sind – unabhängig von ihrem Wert – kein erhebliches Vermögen.

Für Selbstständige gibt es zusätzliche Besonderheiten bei der Feststellung, welche Vermögensgegenstände verwertet werden.
Mehr dazu erfahren Sie unter der Frage Muss ich als Selbstständiger meine Ersparnisse aufbrauchen, wenn sie mir als Altersvorsorge dienen?