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04.08.2021

Marieluise-Fleißer-Preis für Ines Geipel

Von der Leichtathletin zur preisgekrönten Literatin

Der mit 10.000 Euro dotierte Marieluise-Fleißer-Preis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Ines Geipel. Damit reiht sich die 1960 in Dresden geborene Autorin als 17. Preisträgerin ein in eine illustre Liste von Preisträgern/-innen, unter anderem die spätere Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller.

Ines Geipel gehörte Anfang der 1980er Jahre zu den Spitzenleichtathletinnen der DDR. Seit 1980 studierte sie außerdem Germanistik in Jena und nach ihrer Flucht im Sommer 1989 Philosophie in Darmstadt. Seit 1996 ist sie Schriftstellerin und lehrt Verskunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin.

In ihren Werken setzt sich Ines Geipel mit ihren prägenden Erfahrungen in der DDR auseinander. Öffentlich wurde sie bislang in erster Linie als berühmte Leistungssportlerin und Nebenklägerin um das DDR-Zwangsdoping wahrgenommen.

Die politisch engagierte Autorin und Publizistin hat mehr als zwanzig Bücher und Essays verfasst. Ihr jüngstes Buch „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ (2019) schildert die gegenwärtige Entwicklung der Situation in Ostdeutschland.

„Sie ist eine sehr präzise schreibende Autorin“, beschreibt Kulturreferent Gabriel Engert die neue Preisträgerin. „Ihr Stil schwankt zwischen Erzählung und Essay.“

Für ihre schriftstellerische Tätigkeit und ihr gesellschaftspolitisches Engagement bekam Ines Geipel unter anderem den Antiquaria-Preis für Buchkultur (2011), den Karl-Wilhelm-Fricke-Preis als Sonderpreis (2019) sowie den Lessing-Preis für Kritik (2020). 2011 erhielt sie außerdem für ihr schriftstellerisches und politisches Engagement das Bundesverdienstkreuz.

Die Stadt Ingolstadt verleiht seit 1981 den Marieluise-Fleißer-Preis in zweijährigem Rhythmus an deutschsprachige Autorinnen und Autoren. Vorgängerin von Ines Geipel war im Jahr 2019 die Schriftstellerin Iris Wolff.

Die Preisverleihung an Ines Geipel ist für November geplant.